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Rechtsruck im Süden Lateinamerikas Der Multimillionär Sebastián Piñera, Kandidat des rechten Parteibündnisses »Alianza por Chile«, gewann am 17. Januar 2010 die Stichwahl zum Präsidenten Chiles. Damit scheiterte die seit dem Ende der Pinochet-Diktatur ununterbrochen regierende Mitte-Links-Koalition »Concertación para la Democracia« im zweiten Wahlgang. DNach dem grausamen Militärputsch gegen die Regierung Allendes (1973) wurde Chile in den ersten Jahren der Diktatur zum Experimentierfeld für das neoliberale Modell. Diese ökonomische Ausrichtung änderte sich auch nicht, als es in Chile 1990 zum so genannten demokratischen Übergang kam. Denn der Transformationsprozess stellte keinen Bruch, sondern lediglich einen Kompromiss zwischen der Pinochet-Diktatur und der Opposition dar. Das von da an existierende Wahlsystem bewirkte in der Praxis, dass die Wahlen zwischen den beiden großen Parteiblöcken, der Concertación para la Democracia und der Alianza por Chile,
Das machte den Weg frei für den rechten Kandidaten Sebastián Piñera der Alianza por Chile. Dieser versprach die von Bachelet angestoßenen sozialen Reformen nicht anzutasten und zudem ein Programm für mehr staatliche und soziale Politik umzusetzen. Diese Versprechen passen zu seinem selbstkreierten Image als „Präsident aller Chilenen“. Doch der Wahlsieg Piñeras in Chile stellt eine politische Zäsur dar. Erstmals seit dem Ende der Diktatur nimmt die Rechte das Amt des Präsidenten ein. Die Alianza wurde einst von den Regimetreuren Pinochets gegründet und stellt eine Ansammlung reaktionärer Gruppen und Parteien der chilenischen Elite dar.
Für Chile – ein Land, in dem der Übergang zur Demokratie unvollendet ist – bedeutet der Wahlenausgang einen enormen Rückschlag. Auch setzt er einen Kontrapunkt in Lateinamerika, wo derzeit überwiegend linke Präsidenten regieren. Chile- Freundschaftsgesellschaft Salvador Allende e.V. |
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