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Die Wölfe heulen wieder In Berlin kam es am letzten Oktoberwochenende zu massenhaften, kurdenfeindlichen Angriffen. Verantwortlich hierfür war vor allem eine türkisch-nationalistische Bewegung, von der hierzulande schon lange nichts mehr zu hören war. Die in Deutschland vor allem unter dem Namen Graue Wölfe bekannte Bewegung wurde 1968 unter dem Namen Ülkücü Gençlik (Idealistische Jugend), als paramilitärische Jugendorganisation der Partei der nationalistischen Bewegung (MHP), gegründet.
Rechtsextreme Ideologie Ihre ideologischen Ursprünge sind der Panturkismus und der Islam. Erstgenannter ist die Bewegung für ein türkisches Weltreich, dass sich über den Balkan bis nach China erstrecken soll. Dem Panturkismus, dem der Islam ursprünglich fremd war, liegt ein oft völkisch, machmal auch kulturalistisch begründeter Nationalismus zu Grunde. Mit ihm einher geht, neben dem Autoritarismus, vor allem die rassistische Diskriminierung nicht-türkischer Minderheiten. Durch die von Türkes vorgenommene Integration des Islam, als einen vermeintlich untrennbaren, kulturellen Aspekt des Türkentums, bildete sich die heutige Weltanschauung der Grauen Wölfe in den 70’er Jahren heraus. Zu den ihren Grundlagen gehören, neben bereits erwähntem, auch die Diskriminierung religiöser Minderheiten, der Antikommunismus, Antiliberalismus und Antisemitismus, sowie die Ablehnung von Demokratie und Pluralismus. Es muss bei den Grauen Wölfen also zweifelsohne von einer rechtsextremen Bewegung gesprochen werden. Dies wurde nicht zuletzt durch die politische Praxis bis Anfang der 80’er Jahre klar. Verhältnis zur Gewalt Vorwiegend in der Türkei übten die »Grauen Wölfe« damals unzählige Attentate und Massaker gegen Kommunisten und religiöse, sowie nicht-türkische Minderheiten aus. Sie hatten nach etwa zehn Jahren mehrere tausend Menschen auf dem Gewissen. In den folgenden Jahren ging das Morden auf einem niedrigeren Niveau weiter, und zwar nicht nur in der Türkei. In Deutschland, wo die Grauen Wölfe bis 1993 regelmäßig gewalttätige Aktionen verübten, finden sie heutzutage besonders bei Jugendlichen zuspruch, die von gesellschaftlicher Partizipation ausgeschlossen werden. Zum Teil seit Jahren in Deutschland lebend oder hier geboren und noch immer als »Fremde« behandelt und ausgegrenzt, gibt ihnen ihr agressiver Nationalismus das Gefühl zu einem starken Kollektiv zu gehören. Wolf im Schafspelz Die sich in den letzten Jahren moderater gebenden Ultra-Nationalisten rekrutieren ihren Nachwuchs in eigenen Moscheen, Sport- und Kulturvereinen. Dort werden ihnen nicht nur Freizeitangebote gemacht, sondern auch die Ideen der Grauen Wölfe näher gebracht. In Berlin-Kreuzberg stehen dafür exemplarisch die Moscheen der Türkischen Föderation. Doch auch diverse Kultur-, oder Sportvereine wie der BSV Hürtürkel e.V. sind zur kreuzberger Infrastruktur der Rechtsextremen zu zählen. Die einleitend erwähnte, massenhafte, kurdenfeindliche Gewalt zeigt was für Früchte diese Art von Kulturarbeit trägt. Nicht umsonst waren unter den Angreifern immer wieder die MHP-Symbole zu sehen. Seien es der »Bozkurt«, also der »Graue Wolf« oder die drei Halbmonde auf rotem Grund zeigende, osmanische Kriegsflagge. |
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