»Köpi wird auf jeden Fall verteidigt«

Seit über 17 Jahren existiert das alternative Wohn- und Kulturprojekt Köpi. Am 8. Mai 2007 wurde die Köpi für 835.000 Euro (fast die Hälfte des Verkehrswerts) zwangsversteigert. Nun müssen die Bewohner und Unterstützer die Räumung fürchten. Der Antiberliner sprach mit Bewohnern über die ungewisse Zukunft der Köpi.

Die Köpi existiert seit über 17 Jahren, alle von euch haben gültige Mietverträge. Nun hat die Köpi einen neuen Besitzer. Wie ist die Stimmung bei euch?
Wir haben immer gesagt, dass die Köpi unkaufbar ist. Das hängt damit zusammen, dass wir ein unkommerzielles Wohn- und Kulturprojekt sind. Es verdient keiner Geld mit den Veranstaltungen die hier laufen, also jeder arbeitet ehrenamtlich, d. h. auch, dass man sich hier nicht einfach einkaufen kann. Wir arbeiten für die Allgemeinheit und akzeptieren nicht dass Spekulanten herkommen, um ihren persönlichen Reibach mit Haus und Grundstück zu machen.
Die Köpi ist kult. Die Bewohner der Köpenicker Straße 137 lassen sich nicht kleinkriegen.
Die Köpi soll ein kommerzfreier Raum sein. Für uns ist klar, dass wir das Haus hier halten werden. Neuer Eigentümer hin oder her.
Am Spreeufer werden riesige Repräsentanzbauten hochgezogen, in Kreuzberg wird eine neue Mc Donalds Filiale gebaut, die Köpi wird versteigert. Ist die linke Subkultur aufgrund der Umstrukturierung in Berlin in ernsthafter Gefahr?
Umstrukturierung ist genau das Stichwort. Wir sind in der Mitte Berlins, hier kaufen sich die Spekulanten ein. Wir werden regelrecht eingemauert. Für die ver.di-Zentrale musste z.B. die Wagenburg »Schwarzer Kanal« weichen. Die City weitet sich aus, der Markt drückt auf die Gegend. Das ist bei anderen Projekten, die für etwas anderes als diesen Kommerzscheiß stehen, genauso. Die werden überrollt, so ist das Spiel. Die Bevölkerung muss aber auch begreifen, dass es sie ebenso treffen wird. Wenn das Viertel immer schicker wird, dann werden auch die Mieten steigen, und dadurch viele Menschen aus ihrem sozialem Lebensraum vertrieben. Umstrukturierung hört ja nicht bei linken Projekten auf, sondern betrifft die ganze Gesellschaft.
Was wollt ihr dagegen unternehmen?
Es wird am 12. 06. 2007 einen weltweiten Aktionstag für den Erhalt der Köpi geben. Am 16. 06. 2007 dann eine Internationale Demonstration. Im Grunde genommen hat sich mit der Versteigerung für uns nicht sonderlich viel verändert. Es finden auch weiterhin Konzerte und Veranstaltungen statt. Durch den ganzen Trubel lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir werden die Köpi auf jeden Fall verteidigen. Dazu brauchen wir aber Geld für Anwälte und natürlich besonders die Unterstützung der Menschen aus Berlin und anderswo.

• Spendenkonto: SKI e.V. KN.: 671802102, BLZ.: 100 100 10
• Weltweiter Aktionstag zum Erhalt der Köpi: 12.06.2007
• Internationale Demonstration für den Erhalt der Köpi: 16.06.2007
• Weitere Informationen: http://koepi.squat.net oder www.koepisoli.tk