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MediaSpree gehört versenkt Beim Blick auf die Internetseite des gemeinnützigen Vereins »MediaSpree e.V.« wird deutlich, dass hinsichtlich der bisherigen städtebaulichen Struktur in Friedrichshain und Kreuzberg eine gigantische Umstrukturierung stattfinden wird. Gläserne Büro-Türme, begradigt-betonierte und videoüberwachte Ufer, ähnlich jenen im machtprotzenden Regierungsviertel. Die O2-Arena mit 17.000 Zuschauerplätzen, Parkplätzen und noch mehr Autoverkehr (u. a. eine neue Autobrücke) stehen den Interessen vieler AnwohnerInnen und BesucherInnen entgegen. Gewachsene alternative Projekte wie der Bauwagenplatz »Schwarzer Kanal« oder das autonome Wohn- und Kulturprojekt »Köpi« sind lediglich die prominenteren Strukturen, die im Rahmen des Hypes an der Spree bedroht werden. Die steigenden Mieten in Folge von Luxussanierungen und Verloftung haben eine Vertreibung aller Menschen zur Folge, die keinen Job in diesen Branchen ergattern können oder schlicht keine Lust haben ihr Leben unnützer Lohnarbeit und Kommerz zu widmen. Preiserhöhung & Vertreibung Diejenigen, die diesen Prozess befürworten, sind sich der Vertreibung bewusst,
So befindet sich eine Anwohnerin aus der Köpenicker Straße, die dort seit 20 Jahren den Spreeblick genießt, mit ihrer Hausverwaltung in einem Gerichtsstreit, weil sie die Luxussanierung ihres Wohnbereiches und des Gesamthauses ablehnt. Der nachvollziehbare Grund liegt darin, dass bereits sanierte Flächen im selben Haus in etwa die doppelte Miete kosten. In einem Schreiben der entsprechenden Hausverwaltung wird darüber hinaus deutlich, welches Menschenbild hinter der Umstrukturierung steckt: Es sei »dringend notwendig das Objekt schöner und wohnlicher zu gestalten und somit den Einzug von »ordentlichen « Mitmietern zu ermöglichen. Sie (die Anwohner) möchten sicherlich nicht Nachbarn bekommen, welche gerade noch so in das Haus einziehen und entsprechend ungepflegten Umgang haben.« Diejenigen, die von der vielgepriesenen »Aufwertung« sprechen, stützen dieses Konzept offenbar auf die Annahme, dass finanziell besser gestellte Menschen gleichfalls »ordentlicher« sind und besseren Umgang pflegen Kneipe). Gesamtprojekt MediaSpree Doch zunächst zurück zum Gesamtprojekt. Im Verein Media- Spree e.V. können sich ausschließlich grundbesitzende Kreise, sowie deren HelfershelferInnen aus der Politik organisieren. Die Protagonisten heißen Anschütz, Hochtief, Allianz, BSR, Behala, Universal, MTV, usw. Dass MediaSpree e.V. den Status der Gemeinnützigkeit besitzt, ist paradox: Normale AnwohnerInnen sind zwar die Betroffenen der Aktivitäten des Vereins, dürfen jedoch nicht mitarbeiten. Der Status der Gemeinnützigkeit suggeriert eine Ausrichtung auf das Gemeinwohl und bringt dem Verein nebenbei steuerliche Vorteile. Interessant ist auch der Fakt, dass,wer im selbsternannten Stadtteil MediaSpree mitspielen möchte, sich fortan an diesen Lobbyistenverein zu wenden hat. Die Stadtpolitik ist somit teilprivatisiert worden,während mit Steuergeldern nach wie vor Infrastruktur (Uferbefestigungen, Brücken Straßen) ausgebaut wird, um die großen Konzerne an die Spree zu locken. Allein die Notwendigkeit zur kapitalistischen Stadterschließung einen derartigen Verein zu gründen, der dem Kiez einen Markennamen gibt, zeigt,
Ausschluss nach unten In Pro-forma-Anhörungen der AnwohnerInnen wurde bislang keines der Riesenprojekte auch nur annähernd begrüßt. Menschen beklagen sich über die arrogante Politik von oben. Bei der Präsentation einer Verkehrs-Studie Ende April zum geplanten Bau der Brommy-Auto-Brücke musste eingeräumt werden, dass Zahlen zur Verdreifachung des Autoverkehrs in der Eisenbahnstraße bewusst unterschlagen worden sind. Ein aufmerksamer Anwohner hatte ein Original der Studie bereits durchgesehen und darauf hingewiesen. Die Anwesenden waren erbost über diese Dreistigkeit. Gegen die geplante Umstrukturierung sind bereits die Ersten aktiv geworden wie die Initiative Media Spree Versenken, ein AnwohnerInnen- Interessen-Verband gegen die geplante Autobrücke, eine Anti-Mc-Donalds-in-der- Wrangelstraße-Gruppe und viele engagierte Einzelpersonen.Weiterhin ist ein BürgerInnen-Begehren geplant. Der Protest ist schon deshalb sinnvoll, um die Einzelprojekte in MediaSpree e.V. auf die irrationale Seite ihres Engagements hinzuweisen und zu vermitteln, dass sich doch eher um den in Berlin grassierenden Leerstand gekümmert werden sollte, statt noch mehr davon zu schaffen. Das Abspringen Einzelner aus dem Zirkel MediaSpree e.V. könnte ein Ansatz sein, das gesamte Kartenhaus Mediaspree zum Zusammenklappen zu bringen. Initiative MediaSpree versenken! Infos: http://ms-versenken.org |
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