Bewegen, Blocken, Bleiben

Der G8 Gipfel 2007 findet in der Abgeschiedenheit des mecklenburg-vorpommerischen Heiligendamm statt. Die 400 Einwohner zählende Kurgemeinde befindet sich 20 Kilometer westlich von Rostock und ist von Kieferwäldern, Feldern und Ostseestrand umschlossen.

Seit Januar 2007 wird ein zwei Meter hoher und 13,4 Kilometer langer Metallzaun inklusive Betonfundament um Heiligendamm gezogen. Er soll die angekündigten Proteste gegen die Staats- und Regierungschefs der mächtigsten Industrienationen auf Abstand halten. Er ist Ausdruck eines umfangreichen Sicherheitskonzeptes, das keinen direkten Protest vor Ort zulassen will.

Wir bewegen

Damit wurde von Seiten der Polizei auf die wirkungsvollen Blockade- und Störaktionen vergangener
G8-Gipfel in Schottland, 2005
Gipfeltreffen z.B. in Seattle 1999, Prag 2000 und Genau 2001, reagiert. Damals war es gelungen die Treffen der World Trade Organisation (WTO) bzw. der G8 erheblichen zu behindern oder den Beginn um Stunden hinauszuzögern. Damit war einer neuen politischen Bewegung der Weg bereitet: Der globalisierungskritischen Bewegung, welche in ihrer Heterogenität eine neue Qualität einer international kämpfenden und denkenden Linken darstellt.
Auch zum diesjährigen Gipfel sind seitens der »Altermondialisten « vielfältige Aktionen des Widerstands geplant. So wird es neben der internationalen Großdemonstration am 2. Juni in Rostock eine ganze Woche themenbezogener Aktionstage zu Landwirtschaft, Migration, Krieg und Frieden geben. Begleitet werden die Proteste von einem umfangreichen Kulturprogramm und Konzerten. Es wird, wie auch bei vergangenen Gipfeln, einen Alternativ- bzw.Gegengipfel geben. Er soll dieses Mal dezentral, sowohl in Rostock, als auch auf dem geplanten Camp stattfinden.

Wir blockieren

Ein Hauptaugenmerk des aktionistischen Protestes richtet sich auf die Blockade des Gipfels. So soll am Dienstag, einen Tag vor dem offiziellen Beginn des Treffens, der Militärflughafen Rostock- Laage blockiert und so den dort landenden Staatschefs der Weg nach Heiligendamm versperrt werden.
Ab Mittwoch ruft die Kampagne »Block G8« zu Massenblockaden auf. Sie sollen der massenhafte Ausdruck der Delegitimierung der G8 sein und die Wege nach Heiligendamm effektiv blockieren. Durch die Blockade der sechs Zugangsstraßen nach Heiligendamm kann der ganze Gipfel tatsächlich gestört werden, da nur ein kleiner Teil der 15.000 Teilnehmer an Ort und Stelle untergebracht werden kann und somit täglich zum Tagungsort transportiert werden muss.

Wir bleiben

Somit spiegelt die Idee von »Block G8« auch die veränderten Bedingungen des Protests wieder. Da der Gipfel nicht mehr in großen Städten stattfindet, sondern im ländlichen Raum von Mecklenburg- Vorpommern, sind die Blockaden erheblichen Schwierigkeit ausgesetzt. Ihnen soll sowohl durch das Konzept des massenhaften zivilen Ungehorsams, sowie mit einer breitangelegten Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld entgegnet werden.
Daher ruft die Kampagne »Block G8« schon im Vorfeld offen zu den Blockaden auf und positioniert sich somit öffentlich gegen den G8 Gipfel und die dort verhandelte Politik. Gleichermaßen ruft die Kampagne dazu auf, sich mit den Massenblockaden zu solidarisieren bzw. anzukündigen, dass man an den Blockaden teilnehmen wird. Dadurch soll schon jetzt,vor den eigentlichen Blockaden gezeigt werden,dass der G8-Gipfel ein illegitimes Treffen ist, das von Tausenden abgelehnt wird.
Neben den Massenblockaden wird sich der Protest gegen den Gipfel auch mit anderen, mehr oder weniger konfrontativen Aktionsformen ausdrücken.Dabei stehen sich die verschiedenen Formen und Konzepte nicht diametral entgegen, sondern beziehen sich solidarisch aufeinander und bedingen gemeinsam die erfolgreiche Störung des Gipfels.